Es gibt Orte, die auf ewig mit einem fürchterlichen Geschehen verbunden sind: Wenn wir zum Beispiel My Lai hören, denken wir sofort an das Massaker durchgeknallter Soldaten an unbewaffneten Zivilisten.
Bei Utøya denken wir nicht an eine wunderschöne Insel in Norwegen, wo junge Menschen sorglos zelten, sondern an Kinder, die panische Angst haben, weil sie sterben werden und Eltern, die für immer mit ihrem unvorstellbaren Schmerz und ihrer Qual und ihrer Trauer leben müssen; und wir haben deshalb Tränen in den Augen und vielleicht weinen wir auch.
Ein anderer Ort, der sowohl im In- als auch im Ausland zu einem Synonym der Unmenschlichkeit geworden ist, ist Dresden. Die hier im Februar 1945 gefallenen Bomben hatten keinerlei militärischen Wert mehr, nur den, dass die Alliierten dem NS-Regime noch einmal richtig zeigen wollten, wo der Hammer hängt. Das Resultat war eine nahezu komplett zerstörte Stadt, zigtausende Tote und hunderttausende Menschen, die auf ewig traumatisiert wurden.
Und hier komme ich nun auf mein eigentliches Thema zu sprechen: Dem Roman „Schlachthof 5 oder der Kinderkreuzzug“ von Kurt Vonnegut. Kurt Vonnegut musste als Kriegsgefangener die Bombennächte in Dresden miterleben: Dieser Umstand und seine vielen schlimmen Erlebnisse in diesem Krieg haben ihn nachhaltig verstört, traumatisiert und geprägt.
Verarbeitet –wenn man überhaupt in der Lage sein kann, solch ein Szenario jemals komplett zu verarbeiten- hat er diese Erlebnisse in seinem Roman „Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug“ aus dem Jahre 1969. Ein seltsamer Name, was? Der Hauptprotagonist des Romans heißt Billy Pilgrim. Sowohl Kurt Vonnegut als auch die Romanfigur Billy wurden während der Bombenangriffe in einem Schlachthof in Dresden interniert. Und „Der Kinderkreuzzug“? Tja; wie alt sind Soldaten? 18 Jahre? 25 Jahre? So ungefähr, denke ich und Herr Vonnegut dachte das auch. Jedenfalls ist die Zeitspanne zwischen dem kleinen Jungen, der im Schlafanzug „Wetten, dass…“ schaut und dem größeren Jungen, der mit einem Schießgewehr durch den Schlamm robbt, nicht allzu groß.
Der erste Satz der eigentlichen Geschichte lautet:
„Hört: Billy Pilgrim hat sich von der Zeit losgelöst.“ Das hat er tatsächlich, und er kann es nicht beeinflussen. Er befindet sich im Krieg hinter feindlichen Linien, dann steht er im Zug, um ins Kriegsgefangenenlager zu fahren, dann ist er im Jahre 1968, wo er Optiker in einem kleinen Nest in den USA ist. Und er wurde von Außerirdischen entführt, mittels einer fliegenden Untertasse, um zum Planeten Tralfamadore zu fliegen. Dort lebt Billy unter einer Art riesigen Käseglocke, beobachtet von den Tralfamadorianern: Ein tolles Spektakel, dieser Menschenzoo. Später bekommt Billy Gesellschaft, eine Frau, ein Filmstar, auf dass sie sich paaren sollen: Was sie dann auch tun. Da ist im Zoo auf den Rängen der Teufel los.
Auf Tralfamadore herrscht ein anderer Zeitbegriff: Alle Augenblicke sind immer da, waren und werden immer sein. Deshalb ist es, wenn diese Auffassung von Zeit angenommen wird, auch völlig unsinnig, gegen Krieg zu sein: Denn auch der Krieg war, ist und wird immer sein, nur in einem anderen Augenblick. Sehr verwirrend und auch ein wenig zu hoch für mich, gebe ich zu. Billy Pilgrim jedoch hat sich mit diesem Umstand arrangiert, dass die Zeit für ihn nicht linear verläuft.
Auf Tralfamadore sagt man „So geht das“, wenn man eine Leiche sieht oder mit dem Tod konfrontiert wird: Denn der Tote ist zwar in diesem Augenblick ziemlich schlecht dran, in einem anderen Augenblick jedoch ziemlich guter Dinge. „So geht das“ zieht sich also durch das ganze Buch, was ja auch nicht verwunderlich ist, wenn hauptsächlich über Tod, Krieg und Verderben die Rede ist. So geht das.
Ich möchte an dieser Stelle nicht weiter auf den genauen Inhalt eingehen; es lohnt sich, dieses Buch für sich selbst zu erleben.
Was ich jedoch hervorheben möchte, ist der Umstand, dass trotz der ganzen Zeitreiserei das Buch eine einzige Ablehnung gegen Krieg und Gewalt ist; der Leser merkt während der gesamten Lektüre, dass Kurt Vonnegut dabei war und nun der Welt bescheinigen möchte: Krieg ist nicht nur abartig, sondern auch völlig bekloppt. Krieg nimmt Leben und nimmt Würde, darüber hinaus ist er aber auch lächerlich und trotz der Grausamkeiten in höchstem Maße albern. Sehen wir uns das Kriegsgeschehen an sich doch mal an: Hat es die Menschheit denn irgendwie weitergebracht? Oder geht es den Menschen einfach nur anders schlecht?
Kurt Vonnegut jedenfalls hat aus dem Krieg und aus seinem Leben Schlüsse gezogen; beispielsweise ist er Humanist geworden: Araber, Amerikaner, Türke, Kurde, Deutscher, Jude, Christ, Moslem: Was zählt?: Der Mensch; der zählt, und nur der.
Wer sich also in die Lektüre vertiefen möchte:
Kurt Vonnegut, Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug, Rowohlt-Verlag, Reinbek bei Hamburg.
Und es kann ja sein, dass der ein oder andere geneigte Leser mehr aus der Gedankenwelt Kurt Vonneguts erfahren möchte; dann sollte er dieses Buch mit verschiedenen gesellschaftskritischen Aufsätzen lesen:
Kurt Vonnegut, Mann ohne Land. Erinnerungen eines Ertrinkenden, übersetzt von Harry Rowohlt, Piper Verlag München, 2007.
Überflüssig zu erwähnen, dass Kurt Vonnegut ein vehementer Gegner der Bush-Administration war. Leider war es ihm nicht mehr vergönnt, den politischen Wechsel in seinem Land zu erleben, vielmehr starb er 2007 an den Folgen eines häuslichen Unfalls: Er fiel die Treppe herunter.
So geht das.
29.09.2011
26.09.2011
Keine weiteren Fragen!
Es gibt Fragen und Äußerungen, die gehen gar nicht.
Jeder hat solche Fragen und Äußerungen, die einen ruckzuck auf die Palme bringen. Auch ich. Jahrelang trug ich schwarze Kleidung, nur-schwarze-Kleidung mit Glattlederschuhen und Jackett: Immer, auch bei 30 Grad. Was das nun über meine geistige Gesundheit aussagte, sei jetzt mal dahingestellt, Fakt ist aber, dass zwangsläufig diese Frage kam: „Sach mal, ist Dir nicht warm?“ Was ja eine völlige Schwachsinnsfrage ist, denn 30 Grad sind 30 Grad, ob mit oder ohne schwarze Kleidung: 30 Grad sind immer heiß. Und wenn dann tatsächlich doch mal ein Tag kam, an dem ich ein blaues oder ein graues Hemd trug, dann; ja dann: „Nanu, heute so farbenfroh angezogen?“ Gott, wie ging mir das auf den Sack.
Oder das: Man besucht einen geschätzten Menschen, geht zur seiner Wohnungstür und sieht bereits das Schild „Schuhe aus!“. Oder man ruft „Hallo!“ hinein und bekommt ein „Schuhe aus!“ zur Antwort. Bin ich mit allen Mühen und Schwierigkeiten erwachsen geworden, damit ich mir diktieren lassen muss, mich eines Kleidungsstücks zu entledigen? Gehe ich zu meinen Gästen und sage zur Begrüßung „Ziehe bitte Deine Hose aus, wer weiß, wo Du gesessen hast“? Natürlich nicht; ist ja auch absurd. Dennoch habe ich dieses Schild an meiner Eingangstür angebracht:
Wenn es überhaupt bemerkt wurde, dann mit einem milden Lächeln; aber die Hose hat kein Mensch ausgezogen. Warum nicht?
Doch ich bin anscheinend nicht der einzige Mensch, der mit blöden Sprüchen so seine Probleme hat. So sah ich vor einigen Jahren eine Musikerin mit einem etwas voluminöseren Instrument vor mir, und auf dem Koffer dieses Instruments prangte diese Erklärung:
Oh Mann, was muss diese Frau gelitten haben: Jeden Tag die gleichen Sprüche, höhö, jeden Tag gequält lächeln, jeden Tag, immer. Ob die Mitteilung ihr Ziel erreicht hat? Ich hoffe es für die Dame…
Das alles ist schon schwer erträglich. Schier unerträglich ist offen zur Schau gestellte Dummheit. Dies dachte sich auch ein emsiger Kaufmann auf dem Wochenmarkt, der die Flachpfeiferei im Kopf und im Mund anderer Leute einfach nicht mehr aushielt und daraufhin eine freundliche Bitte an seinen Verkaufswagen anbrachte:
Auch hier darf bezweifelt werden, dass der tumbe Adressat der netten Bitte nachkommen wird.
Was lernen wir also daraus? Richtig:
Oftmals sind die Fragen erheblich dämlicher als die Antworten…
Jeder hat solche Fragen und Äußerungen, die einen ruckzuck auf die Palme bringen. Auch ich. Jahrelang trug ich schwarze Kleidung, nur-schwarze-Kleidung mit Glattlederschuhen und Jackett: Immer, auch bei 30 Grad. Was das nun über meine geistige Gesundheit aussagte, sei jetzt mal dahingestellt, Fakt ist aber, dass zwangsläufig diese Frage kam: „Sach mal, ist Dir nicht warm?“ Was ja eine völlige Schwachsinnsfrage ist, denn 30 Grad sind 30 Grad, ob mit oder ohne schwarze Kleidung: 30 Grad sind immer heiß. Und wenn dann tatsächlich doch mal ein Tag kam, an dem ich ein blaues oder ein graues Hemd trug, dann; ja dann: „Nanu, heute so farbenfroh angezogen?“ Gott, wie ging mir das auf den Sack.
Oder das: Man besucht einen geschätzten Menschen, geht zur seiner Wohnungstür und sieht bereits das Schild „Schuhe aus!“. Oder man ruft „Hallo!“ hinein und bekommt ein „Schuhe aus!“ zur Antwort. Bin ich mit allen Mühen und Schwierigkeiten erwachsen geworden, damit ich mir diktieren lassen muss, mich eines Kleidungsstücks zu entledigen? Gehe ich zu meinen Gästen und sage zur Begrüßung „Ziehe bitte Deine Hose aus, wer weiß, wo Du gesessen hast“? Natürlich nicht; ist ja auch absurd. Dennoch habe ich dieses Schild an meiner Eingangstür angebracht:
Wenn es überhaupt bemerkt wurde, dann mit einem milden Lächeln; aber die Hose hat kein Mensch ausgezogen. Warum nicht?
Doch ich bin anscheinend nicht der einzige Mensch, der mit blöden Sprüchen so seine Probleme hat. So sah ich vor einigen Jahren eine Musikerin mit einem etwas voluminöseren Instrument vor mir, und auf dem Koffer dieses Instruments prangte diese Erklärung:
Oh Mann, was muss diese Frau gelitten haben: Jeden Tag die gleichen Sprüche, höhö, jeden Tag gequält lächeln, jeden Tag, immer. Ob die Mitteilung ihr Ziel erreicht hat? Ich hoffe es für die Dame…
Das alles ist schon schwer erträglich. Schier unerträglich ist offen zur Schau gestellte Dummheit. Dies dachte sich auch ein emsiger Kaufmann auf dem Wochenmarkt, der die Flachpfeiferei im Kopf und im Mund anderer Leute einfach nicht mehr aushielt und daraufhin eine freundliche Bitte an seinen Verkaufswagen anbrachte:
Auch hier darf bezweifelt werden, dass der tumbe Adressat der netten Bitte nachkommen wird.
Was lernen wir also daraus? Richtig:
Oftmals sind die Fragen erheblich dämlicher als die Antworten…
22.09.2011
Fade Seide, mitten aus dem Leben
Dieser Blog spiegelt ein wenig das Leben, so wie es sich darstellt, wider: Mal spannend, mal lustig, mal unterhaltend; aber auch mal langweilig, banal und rich-tig Scheiße.
Auf das Antwortschreiben der allmächtigen Zahnseide-Industrie sollte sich der geneigte Leser also seinen eigenen Reim bilden:
„Sehr geehrter Herr Ketten,
vielen Dank für Ihre Nachricht an Oral-B. Wir freuen uns über Ihr Interesse an unseren Produkten.
Das von Ihnen gesuchte Produkt, die Oral-B Satin Floss, wird aktuell über den Einzelhandel vertrieben.
Als Hersteller beliefern wir jedoch hauptsächlich Großvertriebe, die dann die Ware an verschiedene Einzelhändler abgeben, Daher können wir leider nicht sagen, welches Warensortiment in den Geschäften angeboten wird.
Ist die von Ihnen gewünschte Ware nicht im Sortiment, fragen Sie bitte bei dem Marktleiter / Geschäftsführer nach, der den verfügbaren Artikel sicherlich gerne für Sie bestellt.
Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag!
Mit freundlichen Grüßen
Procter & Gamble Verbraucherberatung“
Tja.
Auf das Antwortschreiben der allmächtigen Zahnseide-Industrie sollte sich der geneigte Leser also seinen eigenen Reim bilden:
„Sehr geehrter Herr Ketten,
vielen Dank für Ihre Nachricht an Oral-B. Wir freuen uns über Ihr Interesse an unseren Produkten.
Das von Ihnen gesuchte Produkt, die Oral-B Satin Floss, wird aktuell über den Einzelhandel vertrieben.
Als Hersteller beliefern wir jedoch hauptsächlich Großvertriebe, die dann die Ware an verschiedene Einzelhändler abgeben, Daher können wir leider nicht sagen, welches Warensortiment in den Geschäften angeboten wird.
Ist die von Ihnen gewünschte Ware nicht im Sortiment, fragen Sie bitte bei dem Marktleiter / Geschäftsführer nach, der den verfügbaren Artikel sicherlich gerne für Sie bestellt.
Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag!
Mit freundlichen Grüßen
Procter & Gamble Verbraucherberatung“
Tja.
19.09.2011
Die rätselhafte Suche nach Benno K.
Wenn Menschen etwas in den unendlichen Weiten des Internets suchen, geben sie gewöhnlich auf Google Wörter ein, die das Gesuchte mehr oder weniger genau umschreiben. Das ist bei meinem Blog auch nicht anders; es gibt tatsächlich Leute, die mich suchen (und hoffentlich auch finden).
Dieses Bloggerprogramm bietet dem unverzagten Schreiberling praktischerweise die Möglichkeit, die Google-Suchbegriffe einzusehen:
Wenn geneigte Leserinnen oder Leser mich suchen, dann ist mein Name natürlich für diese Suche sehr praktisch:
„Benno Ketten“ also.
Wobei es doch recht schmeichelhaft für mich ist, dass es Menschen gibt, die den Namen Benno Ketten mit dem Zusatz „super“ versehen, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Sehr schmeichelhaft; danke! Auch die Adresse „www.nacht-portier.blogspot.com“ findet dadurch den Weg ins Google-Textfeld, klar.
Auch über den Dönertest sind einige Leser bei mir gestrandet: „hummus, bremen“ und „tandour bremen rollo“ und sogar „nacht-portier dönertest“ sprechen da eine klare Sprache. Was nun aber die Leute, die „picasso teller“ auf meine Seite treibt, kann nur vermutet werden: Mein künstlerisches Talent? Pablo Ketten Superstar? Wohl kaum. Meine selbst entworfene umfangreiche Geschirrkreation "Wandimpressionen keramischer Gegenwartskunst“ harrt noch auf ihre Veröffentlichung, davon kann noch niemand etwas wissen.
(Exkurs: Eine Folge der „Simpson“ spielt in Afrika. In einer Szene taucht Bart mit einem neuen Körperschmuck auf, was Marge zu der Äußerung verleitet „Bart, ich habe Dir doch verboten, Deine Lippe zu tellern!“; aber das nur am Rande.)
Auf der Suche nach der „Vereinigung der Nachtportiers“ haben drei Personen zu mir gefunden: Danke, Kollegen. Vier Leute haben jedoch meinen Blog zu Gesicht bekommen, nachdem sie „topflappen zum reingreiffen“ eingegeben haben: Ratlosigkeit. Vier!
Eine Ahnung bekommt man jedoch, wenn man sieht, dass Menschen „aus kulanz senden wir ihnen“ eingegeben haben: Zeigt sich hier ein neuer semilegaler Wirtschaftszweig in dieser ach so schweren Zeit, wo jeder sehen muss, wo er bleibt?
Tja, das liebe Geld; dann vielleicht ein Spielchen? Mit „hütchenspieler strandverkäufer“ kommt man vielleicht zu solch einem Vergnügen der verlustbringenden Art, auf jeden Fall aber irgendwie auch auf meine Seite…
Und dann natürlich alles verloren; da macht sich Frust breit, klar. Also: Breit machen und die schlechten Gefühle ins Bier-All blasen.
Dass das nicht funktioniert, weiß man spätestens am nächsten Morgen, und nicht nur das: „Eingekotet sufen“ bedeutet anscheinend, dass jemand nach ausgiebiger aktiver Fassentspannung seinen Darm nicht mehr ganz unter Kontrolle hatte; die Wahrscheinlichkeit, dass da ein Surfer eine Rolle gespielt hat, schätze ich eher als gering ein. Aber was hat das eigentlich mit mir zu tun (oder anders gefragt: Woher wissen die das?)?
Die Männer jedenfalls, die das hier suchten, haben bei Frauen wohl eher weniger Chancen:
„tresenkraft+bordell+bremen“:
Suchten sie daraufhin ihr Glück auf meiner Seite? Und was sagt das über mich aus?
Es ist demnach schon ein sonderbares Gefüge, dieses Netz im Allgemeinen und die Suchmaschine im Besonderen. Fast wie im richtigen Leben.
Und wie das richtige Leben oftmals so spielt:
Auch diesmal gibt es keine Pointe.
Falls sich deshalb wieder jemand aufregen sollte.
Dieses Bloggerprogramm bietet dem unverzagten Schreiberling praktischerweise die Möglichkeit, die Google-Suchbegriffe einzusehen:
Wenn geneigte Leserinnen oder Leser mich suchen, dann ist mein Name natürlich für diese Suche sehr praktisch:
„Benno Ketten“ also.
Wobei es doch recht schmeichelhaft für mich ist, dass es Menschen gibt, die den Namen Benno Ketten mit dem Zusatz „super“ versehen, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Sehr schmeichelhaft; danke! Auch die Adresse „www.nacht-portier.blogspot.com“ findet dadurch den Weg ins Google-Textfeld, klar.
Auch über den Dönertest sind einige Leser bei mir gestrandet: „hummus, bremen“ und „tandour bremen rollo“ und sogar „nacht-portier dönertest“ sprechen da eine klare Sprache. Was nun aber die Leute, die „picasso teller“ auf meine Seite treibt, kann nur vermutet werden: Mein künstlerisches Talent? Pablo Ketten Superstar? Wohl kaum. Meine selbst entworfene umfangreiche Geschirrkreation "Wandimpressionen keramischer Gegenwartskunst“ harrt noch auf ihre Veröffentlichung, davon kann noch niemand etwas wissen.
(Exkurs: Eine Folge der „Simpson“ spielt in Afrika. In einer Szene taucht Bart mit einem neuen Körperschmuck auf, was Marge zu der Äußerung verleitet „Bart, ich habe Dir doch verboten, Deine Lippe zu tellern!“; aber das nur am Rande.)
Auf der Suche nach der „Vereinigung der Nachtportiers“ haben drei Personen zu mir gefunden: Danke, Kollegen. Vier Leute haben jedoch meinen Blog zu Gesicht bekommen, nachdem sie „topflappen zum reingreiffen“ eingegeben haben: Ratlosigkeit. Vier!
Eine Ahnung bekommt man jedoch, wenn man sieht, dass Menschen „aus kulanz senden wir ihnen“ eingegeben haben: Zeigt sich hier ein neuer semilegaler Wirtschaftszweig in dieser ach so schweren Zeit, wo jeder sehen muss, wo er bleibt?
Tja, das liebe Geld; dann vielleicht ein Spielchen? Mit „hütchenspieler strandverkäufer“ kommt man vielleicht zu solch einem Vergnügen der verlustbringenden Art, auf jeden Fall aber irgendwie auch auf meine Seite…
Und dann natürlich alles verloren; da macht sich Frust breit, klar. Also: Breit machen und die schlechten Gefühle ins Bier-All blasen.
Dass das nicht funktioniert, weiß man spätestens am nächsten Morgen, und nicht nur das: „Eingekotet sufen“ bedeutet anscheinend, dass jemand nach ausgiebiger aktiver Fassentspannung seinen Darm nicht mehr ganz unter Kontrolle hatte; die Wahrscheinlichkeit, dass da ein Surfer eine Rolle gespielt hat, schätze ich eher als gering ein. Aber was hat das eigentlich mit mir zu tun (oder anders gefragt: Woher wissen die das?)?
Die Männer jedenfalls, die das hier suchten, haben bei Frauen wohl eher weniger Chancen:
„tresenkraft+bordell+bremen“:
Suchten sie daraufhin ihr Glück auf meiner Seite? Und was sagt das über mich aus?
Es ist demnach schon ein sonderbares Gefüge, dieses Netz im Allgemeinen und die Suchmaschine im Besonderen. Fast wie im richtigen Leben.
Und wie das richtige Leben oftmals so spielt:
Auch diesmal gibt es keine Pointe.
Falls sich deshalb wieder jemand aufregen sollte.
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